Rückblick:  Fachtagung im Ortsmuseum Amriswil
Samstag, 10. März 2018 – Thema: Inventarisieren – Tipps, Standards & Erfahrungsaustausch


Die fünfte jährlich stattfindende Fachtagung wurde von über 40 Interessierten besucht. Mit dabei war Martha Monstein, Leiterin des Kulturamts Thurgau. Drei erfahrene Referierende gaben praxisbezogene Inputs zum Thema Inventarisieren.
«Das Inventar ist das Gedächtnis des Museums.» So stimmte Museumsfachmann Heinz Reinhart ins Thema ein. «Und je besser das Gedächtnis, desto interessanter sind die Objekte.» Anhand von Beispielen führte er aus, wie wichtig es ist, im Inventar die Daten zu Herkunft, Bedeutung und Verwendung von Objekten festzuhalten. Gleichzeitig plädierte er für einen pragmatischen Zugang: Angesichts der vielen Objekte in einer Sammlung müssen Prioritäten gesetzt werden. Die Arbeit solle aufgeteilt, das Nötige und Mögliche zuerst erledigt und die Minimaldaten festgehalten und die Objekte einem Depotstandort zugewiesen werden. Dies biete die Grundlage der Objektverwaltung.

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Auch der zweite Referent, Urs Lengwiler, Stadtarchivar von Amriswil und Inhaber der Firma Fokus AG für Wissen und Organisation, stiess ins selbe Horn. Bei ihm ging es um   Bildarchive und wie die Museen trotz beschränkter Mittel Bildbestände bearbeiten und nutzbar machen können. Dazu stellte er eine mehrstufige Bewertungs- und Erschliessungsstrategie vor. Wichtig für die Planung und den Einsatz von Ressourcen sei zunächst eine grobe Kategorisierung des Materials. Dadurch würden die besonders interessanten Teilbestände ermittelt, auf die man sich dann bei der Feinerschliessung konzentrieren könne.
Silke Schlör, Leiterin des Museums Rothus in Oberriet SG, stellte schliesslich die Museumssoftware Collectr vor. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Museumsverbandes der St. Galler Museen (MUSA) entwickelt. Der Verband stellt damit für mittlere und kleine Museen eine Inventarisierungssoftware zur Verfügung, welche den Anforderungen einer guten Inventarisation gerecht wird und auch für Laien bedienbar ist. Und nicht zuletzt ist sie über den Verband auch für kleine Museen bezahlbar.

Der Verein Museen im Thurgau – Museumsgesellschaft bot den Museumsleuten mit der Fachtagung und im angenehm gastfreundlichen Rahmen des Ortsmuseums Amriswil einmal mehr ein anregendes Weiterbildungs- und Vernetzungsangebot. Das Inventar, das wurde deutlich, ist Basis jeglicher Museumsarbeit. Und es gibt Wege, diese grosse und wichtige Arbeit in machbare Stücke aufzuteilen.

Barbara Richner, Vorstandsmitglied


Aktuell: Nächste Jahresversammlung. Donnerstag, 28. Juni 2018 in Frauenfeld
Mehr Informationen folgen ab Mitte April.
Die Mitglieder erhalten rechtzeitig eine Einladung zugestellt.


 

Rückblick: Jahresversammlung vom 15. November 2017 in Frauenfeld
Hansueli Guhl zum Ehrenmitglied ernannt

Über 30 Mitglieder und Gäste haben an der Jahresversammlung im Museum für Archäologie den Anträgen des Vorstandes zugestimmt. Der von 1998 bis 2000 amtierende Präsident, vormalige Redaktor, Aktuar und spätere Kassier, Hansueli Guhl, wurde unter grossem Applaus zum Ehrenmitglied ernannt. Das Vorstandsmitglied Alfred Bloch ist nach 5 Jahren Vorstandstätigkeit zurückgetreten. Der Präsident, Heinz Reinhart, ist gewählt für ein weiteres, längestens für zwei Jahre.
Nach einem Antrag eines Mitglieds und nach Diskussion, hat die Versammlung mit grossem Mehr beschlossen, dass sich «Museen im Thurgau - Museumsgesellschaft» von den eigenen Objekten, die sich seit jeher im Historischen Museum befinden, trennen möchte. Die Verhandlungen mit dem Kulturamt Thurgau für die Modalitäten der Übergabe an den Kanton bzw. an das Historische Museum, werden in den nächsten Monaten unter Mitwirkung des Präsidenten geführt.
Vor den Jahresgeschäften hatten die Mitglieder Gelegenheit, eine sachkundige Führung durch die aktuelle Sonderausstellung
«Stadt, Land, Fluss – Römer am Bodensee», unter der Leitung von Urs Leuzinger, Leiter Museum für Archäologie, zu erleben. Besten Dank.
Die nächste Jahresversammlung findet bereits im 2. Quartal des kommenden Jahres 2018 statt.

 

Archiv: Rückblick zur Fachtagung
«Die Nachfolgefrage im Museum» in der Sittermühle Bischofszell am 8. März 2017

In vielen Museen steht nach jahrelangem Aufbau und Betrieb durch die Gründergeneration ein Wechsel an, der viele Herausforderungen bringt: Wer soll das Museum übernehmen und wie soll es weitergeführt werden? Wie kann all das wertvolle Wissen an die Nachfolgenden übergeben werden? Und was ist bei der Übergabe und Übernahme eines Museumsbetriebs im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Hauses zu beachten?
An der Fachtagung hören wir zwei Erfahrungsberichte aus zwei Häusern im Kanton Zürich, in welchen in den vergangenen Jahren der Generationenwechsel vollzogen wurde. Dabei haben wir Gelegenheit, uns mit den Referentinnen auszutauschen. Im Dorfmuseum Hüntwangen sind vor und nach dem Wechsel Freiwillige am Werk. Dazwischen lag die Chance, das Museum in einem neuen Gebäude neu ein- und auszurichten. Was die Beteiligten dazwischen beschäftigte und umtrieb, darüber berichtet die Präsidentin der dortigen Museumskommission, Ursula Sigrist.
Das Museum zur Farb in Stäfa wurde während Jahrzehnten von einer Person in Freiwilligenarbeit betreut. Heute ist die Leiterin des Museums, Nicole Peter, in einem Teilzeitpensum angestellt. Sie hat die Organisation und das Museum sorgfältig neu ausgerichtet und arbeitet mit Freiwilligen zusammen. Sie berichtet, wie sie gemeinsam mit allen Beteiligten den Wechsel meistert.

Am Nachmittag hören wir einen Vorschlag, wie das Wissen zu den Maschinen und Fahrzeugen im Saurer Museum in Arbon an die kommenden Generationen weitervermittelt werden könnte. Das Wissen zu den Objekten ist für alle Sammlungen zentral, seine Dokumentation und Überlieferung jedoch eine Herausforderung. Eliane Huber hat sich in ihrer Masterarbeit mit diesem so genannten Wissenstransfer am Beispiel des Saurer Museums auseinandergesetzt und berichtet uns davon.
Nach allen drei Beiträgen ist Zeit für den Erfahrungsaustausch eingeplant.

Archiv: Preis «Grüne Kugel»

An der Jahresversammlung im Oktober 2016 erhielt Heidi Hofstetter, Leiterin des Museums Rosenegg in Kreuzlingen, als erste Preisträgerin die «Grüne Kugel» für ihre ausserordentlichen Verdienste. Damit werden die von Heidi Hofstetter und ihrem Team geleistete Arbeit über die letzten zehn Jahre am und fürs Museums Rosenegg gewürdigt. Die Region Kreuzingen darf heute auf dieses vielseitige Haus stolz sein, das sich vom bescheidenen Ortsmuseum zu einem heute nicht mehr wegzudenkenden Angebot des Kulturlebens in der Region Kreuzlingen entwickelt hat .